Der Januar ist schon fast wieder rum: Wie geht es Ihnen mit Ihren Vorsätzen für dieses Jahr?
Viele von uns starten voller Elan ins neue Jahr — mit großen Plänen, guten Vorsätzen und der inneren Stimme, die sagt: Dieses Jahr wird alles anders. Doch kaum sind die ersten Wochen vorbei, hat der Alltag uns oft wieder eingeholt. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: Sie wollten achtsam mit sich sein, Stress reduzieren oder alte Gewohnheiten hinter sich lassen … und jetzt wundern Sie sich, warum das nicht so leicht gelingt. Aber genau hier beginnt ein wichtiger Punkt: Mentale Gesundheit lässt sich nicht erzwingen, sie lässt sich leben. Jeder Tag bietet eine neue Chance, ein wenig bewusster, freundlicher und selbstfürsorglicher mit sich umzugehen; ganz unabhängig davon, ob wir gerade Januar, Mai oder Dezember schreiben.
Ich möchte Ihnen mit diesem Artikel ein paar Impulse mitgeben, die nicht auf Selbstoptimierung abzielen, sondern auf echte, nachhaltige Selbstfürsorge:
1. Fokus statt Überforderung
Ein häufiger Fehler bei Neujahrsvorsätzen ist der Versuch, das gesamte Leben auf einmal umzukrempeln. Für Ihre mentale Gesundheit ist es effektiver, sich zunächst auf einen Bereich zu konzentrieren. Möchten Sie dieses Jahr z.B. lernen, besser mit Ängsten umzugehen oder Ihr Selbstwertgefühl zu stärken? Wollen Sie emotional stabiler werden oder klarere Grenzen in Ihren Beziehungen setzen?
Wenn Sie sich die Erlaubnis geben, in einem gewählten Bereich in kleinen Schritten zu wachsen, werden Sie feststellen: Die positive Veränderung strahlt meist ganz von allein auf Ihre restlichen Lebensthemen aus.
2. Echte Selbstfürsorge als Routine
Selbstfürsorge ist kein Termin, den man im Kalender abhakt, und auch kein großes „Wellness-Event“. Sie entfaltet ihre Kraft am besten dann, wenn wir sie ganz natürlich in unseren Tagesablauf einfließen lassen. Es sind die vermeintlich kleinen Dinge, mit denen wir uns im Alltag selbst Aufmerksamkeit schenken und uns damit signalisieren: „Ich bin es mir wert.“
- Schlafhygiene: Ein erholsamer Schlaf lässt sich nicht erzwingen, aber wir können gute Rahmenbedingungen dafür schaffen: etwa durch eine angenehme Raumtemperatur oder den bewussten Verzicht auf digitale Medien am Abend.
- Bewegung: Schon ein kurzer Spaziergang oder sanftes Dehnen kann helfen, den eigenen Körper wieder mehr zu spüren, ohne dass daraus gleich eine Sporteinheit werden muss.
- Bewusstes Essen: Mahlzeiten ohne Ablenkung zu genießen und dem Körper achtsam das zu geben, was er gerade wirklich braucht, ist eine Form von Wertschätzung uns selbst gegenüber.
- Gezielte Entspannung: Kurze Momente des Innehaltens oder kleine Atemübungen können dem Nervensystem die nötige Erleichterung im trubeligen Alltag schenken.
- Digitale Pausen: Bewusste Auszeiten von der ständigen Erreichbarkeit können Druck nehmen und dabei helfen, wieder mehr bei sich selbst anzukommen.
3. Emotionale Bewusstheit entwickeln
Oftmals „funktionieren“ wir im Alltag, ohne wirklich wahrzunehmen, wie es uns innerlich geht. Vielleicht wollen Sie sich vornehmen, öfter mal „einzuchecken“. Kurze Achtsamkeitsmomente oder das Aufschreiben von Gefühlen und Gedanken (Journaling) können helfen, emotionale Muster zu erkennen, bevor sie uns überwältigen. Wer seine Gefühle versteht, kann bewusster agieren, statt nur auf Stress zu reagieren.
4. Therapie als Chance
Vielleicht schieben Sie ein bestimmtes Thema schon lange vor sich her. Sei es ein alter Konflikt, anhaltende Antriebslosigkeit oder das Gefühl, in einer Lebenssituation festzustecken und nicht weiterzukommen. Sich seiner mentalen Gesundheit zu widmen muss nicht bedeuten, alles mit sich alleine auszumachen. Professionelle Hilfe anzunehmen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der mutige Beginn einer echten, dauerhaften Veränderung..
Doch nicht selten halten uns innere Hürden zurück:
- „Ich muss das alleine schaffen“ – Viele haben den Anspruch, Herausforderungen aus eigener Kraft zu lösen. Doch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist ein aktiver und mutiger Schritt der Selbstfürsorge.
- „Es ist nicht schlimm genug“ – Sie müssen nicht warten, bis Ihre Kraftreserven völlig erschöpft sind. Wenn Ihre Lebensfreude oder Ihr Alltag beeinträchtigt sind, ist das Grund genug, sich Unterstützung zu suchen.
- „Ich habe keine Zeit“ – Mentale Gesundheit ist kein Projekt für „irgendwann“, sondern das Fundament für Ihren Alltag und wichtig, um Ihre Energie langfristig zu bewahren.
Haben Sie Zweifel? Erfahren Sie mehr darüber, wann Psychotherapie hilfreich sein kann, warum der erste Schritt oft der schwerste ist und wie wir gemeinsam diese Hürden überwinden können.
5. Abschied vom Perfektionismus
Der vielleicht größte Gefallen, den Sie sich selbst tun können, ist es, sich selbst nicht unter Druck zu setzen – und zu akzeptieren, dass Heilung selten linear verläuft. Es wird Tage geben, an denen alte Muster dominieren oder die Kraft fehlt. Betrachten Sie dies nicht als Rückschritt, sondern als einen natürlichen Teil Ihres Prozesses. In diesen Momenten ist Selbstmitgefühl entscheidend: Seien Sie so gütig zu sich selbst, wie Sie es gegenüber einem geliebten Menschen wären.
Mein Impuls für Sie:
Manchmal ist der erste kleine Schritt in die richtige Richtung der wichtigste. Welcher kleine Schritt für Ihre psychische Gesundheit fühlt sich heute machbar an?
Ich bin gerne für Sie da!
Wenn ich Sie bei der Umsetzung Ihrer Ziele und der Bewältigung psychischer Belastungen unterstützen darf, kontaktieren Sie mich gerne. Gemeinsam finden wir heraus, wie Sie gestärkt und selbstmitfühlend durch dieses Jahr gehen können.
Herzliche Grüße,
Ihre Sabine Eymann
Über die Autorin
Sabine Eymann, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Systemischer Coach und Diplom-Betriebswirtin. Sie war über zwei Jahrzehnte in der Personalentwicklung großer Dax-Konzerne tätig. Heute begleitet sie Menschen in psychisch herausfordernden Situationen und persönlichen Lebenskrisen. Weitere Schwerpunkte liegen u.a. in der Behandlung von Ängsten und Depressionen, unkontrollierten Emotionen, wiederkehrenden Mustern in Beziehungen sowie in der Stärkung von Selbstwert und Selbstmitgefühl.